Internationales Nazikonzert im Harz

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Der Harz ist mittlerweile bekannt für seine Nazis. Doch neben Lothar Nehring (einem Reichsbürger und Spelunken-Wirt), Michael Schäfer (dem ehemaligen Bundesvorsitzenden der JN) oder Matthias Heyder (dem ehemaligen Vorsitzenden und Spitzenkandidat der NPD-Sachsen-Anhalt) gibt es noch weitaus mehr organisierte Nazis und Faschisten.Im Moment steht z.B. Oliver Malina (hier bei einem Konzert) aus Nienhagen in der Nähe von Halberstadt im Fokus der antifaschistischen Recherchearbeit.

Der mutmaßliche Führungskader des Blood & Honour-Nachfolgers „Honour & Pride“ organisiert zusammen mit Marcus Winter aus Schaumburg-Lippe ein Rechts-Rock-Konzert unter dem Namen „Transatlantik Linie“. Laut Internetauftritt soll das Konzert in Nienhagen stattfinden.

Der genaue Ort, sowie die Lage der Parkplätze werden nicht bekannt gegeben. Es wird lediglich darauf hingewiesen, dass ab dem Ortseingang der Weg zu den Parkplätzen gekennzeichnet und gesichert sein wird. Mit einer Band aus den USA, einer aus Großbritannien und drei deutschen Bands versuchen die Veranstalter_innen ein internationales Line-up zu präsentieren. Die Aufmachung des Ganzen erscheint für Harzer Verhältnisse etwas übertrieben, bekommen es die Pappkameraden vor Ort noch nicht einmal hin, geordnete Liederabende zu organisieren oder sicher über das Internet zu kommunizieren.Die Naziszene im Harz hat nach dem Wahldebakel im April 2011 deutlich an Organisation und Dynamik verloren. Die Welle der Euphorie – bald im Landtag mitmischen zu können – zerschellte an der 5%-Hürde und mit ihr auch das Engagement einiger Mitläufer_innen. Fakt ist jedoch, dass die sogenannte Harzer Szene weiterhin vernetzt, aktiv und gewaltbereit ist.

Doch anscheinend ist die Organisationsstruktur dieses mal eine andere: Laut Internetauftritt sollen die Einnahmen des Konzertes angeblich für die Demonstration in Bad Nenndorf dienen. Dort werden alljährlich durch Neonazis deutsche Täter zu Opfern deklariert, indem sie mit mehreren hundert Kameratten durch den Kurort ziehen.

Es ist also davon auszugehen, dass am 16. Juli 2011 mehrere hundert Nazis aus dem gesamten Bundesgebiet in Nienhagen, Halberstadt und Umgebung unterwegs sein werden. Das Ordnungsamt sowie der Bürgermeister nehmen die Naziveranstaltung stillschweigend hin und genehmigen alle benötigten Formalien. Für die antifaschistischen Zusammenhänge im Harz stellt diese Situation keine überraschende Neuerung dar, da bereits in der Vergangenheit verschiedene Rechtsrock-Veranstaltungen in den Dörfern der Region stattfanden. Das aktuellste Beispiel stellt das „Kategorie C“Konzert am vergangenen Samstag dem 9. Juli 2011 dar. Dieses fand ebenfalls in Nienhagen, dem Heimatort des „KC“-Bassisten Stefan „Ernie“ Behrens statt.

Der 400 Seelen-Ortsteil Nienhagen nimmt die Neonaziumtriebe weiterhin schweigend hin.
Die Besitzerin der Scheune, in dem das Nazispektakel stattfinden soll, ist eine gewisse Frau Brehmer, die ihr Grundstück für diverse Rechtsrockkonzerte zur Verfügung stellt.
Einige Quellen gehen auch davon aus, dass sich die Nazis gemeinsam an einem Soldatendenkmal treffen wollen, um dann gemeinsam durch die Stadt zu laufen. Dies ist aber nicht bestätigt und eher unwarscheinlich

Um 16 Uhr wird die Kasse geöffnet und gegen 18 Uhr soll der Mist beginnen. Einerseits wollen wir einzelne Reisende darauf hinweisen, am 16. Juli aufmerksam zu sein und sich nicht von an-/abreisenden Nazis provozieren zu lassen. Deshalb passt auf euch auf!

Es gibt kein ruhiges Hinterland!